B15 neu sorgt für Emotionen im Bereich St. Wolfgang

OVB-Online, Wasserburg vom 25.11.2014

Bürgermeister Ullrich Gaigl bei seiner ersten Bürgerversammlung. Foto I. Günster

Bürgermeister Ullrich Gaigl bei seiner ersten Bürgerversammlung. Foto I. Günster

Die B15 neu und das Gewerbe im Außenbereich interessierte die St. Wolfganger bei ihrer Bürgerversammlung besonders.

Bürgermeister Ullrich Gaigl fand im Gasthaus Silbernagl klare und auch humorvolle Worte für die positiven und auch die weniger angenehmen Themen. Die rund 150 Zuhörer dankten es ihm durch ihre Aufmerksamkeit mit nur geringem Geräuschpegel und reichlich Applaus.

St. Wolfgang – „Es freut mich, dass zu meiner ersten Bürgerversammlung so viele Leute da sind“, begrüßte der Bürgermeister die Besucher. Angesichts der Tatsache, dass die Kindergärten St. Wolfgang und Armstorf voll belegt sind, bescheinigte er seiner Gemeinde, „sehr fruchtbar“ zu sein und hoffte, „das bleibt auch so“. Besonders stolz war er auf die 445 Handwerks- und Gewerbebetriebe. Dem neuen Gemeinderat wünschte er: „Eine glückliche Hand und weisen Verstand.“ An alle richtete sich seine „sehr herzliche Einladung“, zu den öffentlichen Gemeinderatssitzungen zu kommen.

Gaigl berichtete von seinen vielfältigen Aufgabenbereichen, etwas Besonderes aber sei sein Dienst als Standesbeamter, da bekannte er im Rückblick auf die Premiere: „Wahrscheinlich war i do aufg‘regter als das Brautpaar selber.“ Seinen Dank richtete er an sämtliche Mitarbeiter, recht angetan war er von deren „sehr selbstständigem Arbeiten“.

„Werden wir verarscht?“

Für Emotionen im Saal sorgte das Thema B15 neu. „Werden wir verarscht?“ fragte ein Besucher. Er hatte laut eigenen Angaben im Internet ausführlich recherchiert und dabei teils widersprüchliche Aussagen von verschiedenen Politikern und der Autobahndirektion zur Planung der neuen Trasse zusammengetragen, die er auch in Auszügen vorlas. Hauptsächlich Ärger und Verunsicherung waren nach seinem Vortrag im Saal spürbar. Bürgermeister Ullrich Gaigl konnte zu dem Thema auch nur die offizielle Version wiederholen, wie sie auf der Internetseite der Autobahndirektion Südbayern veröffentlicht wurde. Gaigl selbst erklärte, dass er sich an einer Initiative der Bürgermeister der Nachbargemeinden beteilige, die versuchen, einen Termin bei der Autobahndirektion zu bekommen, was ziemlich schwierig sei. Es stehe nämlich die Aussage im Raum, dass die B15 neu auf der bestehenden Trasse ortsnah vierspurig geplant werde.

Anhand einer Folie zeigte er auf, dass die ursprüngliche Trasse weiter nach Osten verschoben worden sei und sie demnach nun bei Heldenstein auf die B12 treffen würde. Aufgrund des großen Widerstandes in dieser Gegend gebe es jetzt aber eine erneute Umplanung. „Wir müssen einfach die weiteren Planungen abwarten und trotzdem frühzeitig im Verbund mit den Nachbargemeinden klar Stellung beziehen, dass wir gegen eine vierspurige Autobahn durch unsere Gemeinden sind“ war sein Vorschlag für das weitere Vorgehen.

„Wie geht es mit der Gewerbebetriebsausweisung weiter?“ fragte ein Zuhörer aus Pyramoos. Bürgermeister Gaigl gab zu: „Ich bin nicht glücklich“, dass es das angesprochene Gewerbe im Außenbereich gebe, aber seine Aufgabe sei es, die Meinung des Gemeinderats mitzutragen, der mehrheitlich so entschieden habe. Und dieser habe es sich nicht leicht gemacht und „lange hin- und hergekämpft“, so Gaigl weiter. Auch als Demokrat sei er der Ansicht, „wir müssen es gemeinsam weitertragen“. Im Übrigen gebe es einige alteingesessene Betriebe, die irgendwann auch einmal zu Hause angefangen hätten und von aufgelassenen Landwirtschaften blieben öfter leerstehende Gebäude übrig, „ist damit jemand geholfen?“ fragte er.

Rupert Numberger widersprach dem. Ein Beschluss stehe noch aus, es sei also noch nichts endgültig entschieden. Seiner Meinung nach sei es nicht notwendig, Gewerbebetriebe im Außenbereich darzustellen, man könne die Betriebe „sich einfach entwickeln lassen“. Er habe kein Verständnis dafür, warum da unbedingt Gewerbe sein müsse. Dafür bekam er spontan Applaus. Der Bürgermeister zeigte Verständnis für Numbergers Position, da er selbst auch gegen den betreffenden Flächennutzungsplan gestimmt habe.

 

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