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Geh Schorsch Geh RuhigFury! Friseurin Anni Der Co-Trainer

 

20. 4. 2017 Heut' ist die Friseurin Anni nachdenklich

Über die B15 neu denk i ja praktisch bei jeder Gelegenheit nach. Oder über die Gesamtsituation, global gseng, verstehns mi.

Wenn i zum Beispiel an ganz schweigsamen Kunden hob, der unterm ganzen Haarschneiden in sei Smartphone eineschaut, dann schweifen meine Gedanken.

Do song de B15 neu-Befürworter, mia brauchan leistungsfähige Straßen, weil de Wirtschaft wachsen muaß. Und wachsen soi’s mit Hilfe von Individualverkehr und fossilen Brennstoffen.

So wia der Trump die Zusagen vom Klimaabkommen zruckgnomma hat, weil de Wirtschaft wachsen muaß.

Aber de bedenken alle mitananda oans ned: Wenn ma so weiter machan und de Erderwärmung weida fortschreitet, ganze Länder unbewohnbar wegen Trockenheit oder Überschwemmung wern, dann geht’s um was ganz anderes, und oft ums nackte Überleben.

Do graust’s mir heit scho.

Heute sehr nachdenklich
Eure Anni

13. 4. 2017 Freie Fahrt für freie Bürger !

Ruhig Fury! erzählt euch heute eine kleine Geschichte:

»Da es dem König aber wenig gefiel, dass sein Sohn, die kontrollierten Straßen verlassend, sich querfeldein herumtrieb, um sich selbst ein Urteil über die Welt zu bilden, schenkte er ihm Wagen und Pferd. ‚Nun brauchst du nicht mehr zu Fuß zu gehen’, waren seine Worte. ‚Nun darfst du es nicht mehr’, war deren Sinn. ‚Nun kannst du es nicht mehr’, deren Wirkung.«

Dem Ruhig Fury! gefällt natürlich die Story mit dem Pferd, aber im Ernst: wir haben heute »Big Data«, reden von »Industrie 4.0« und machen Gesetze fürs autonome Fahren. Aber die Geschichte, die uns Günther Anders 1956 erzählt, funktioniert auch heute und sie funktioniert auch mit der B15 neu.

Mobilität erschloss einst unerreichbare gut bezahlte Arbeitsplätze. Und am Wochenende die Disko, die idyllischen Seen und Berge, in den Ferien die wilden Pfade Italiens. Für die meisten war das wirklich ein Stück neue Freiheit, praktisch »Easy Rider«, heraus aus der Enge.

»Unseren sinkenden Lebensstandard« diagnostizierte der Publizist Sebastian Haffner aber schon 1966: Dauer-Stau in eng gewordenen Städten und die Zerstörung der Natur durch deren Zurichtung für den Massentourismus waren unübersehbar. Haffner erkennt zweierlei: Um knappe Verkehrsressourcen führen Autobesitzer einen täglichen Konkurrenzkampf, und Naturschönheit wird im selben Maß zerstört wie ihre Erschließung zunimmt.

Spätestens seit dem Ölpreisschock von 1973 war allen Beobachtern die Schattenseite der Automobilisierung klar geworden: Lärm, Abgase, verkehrsgerecht umgebaute Städte, Abhängigkeit vom Energieträger Öl, Anpassungszwänge des mobilisierten Menschen. Aus dem »du kannst« ist längst ein »du musst« geworden.

Und so sind aus gewachsenen Regionalstrukturen synthetische Agglomerationen von Fertigungs- und Servicestellen geworden. Hocheffiziente »Metropolregionen« entstehen aus dem Zwang zur Konzentration vermittels Mobilität: Es ist die Zeit von »Grün Kaputt«.

Immer noch behaupten Ökonomen und Politiker, Investitionen in Verkehrsinfrastruktur; seien nötig fürs Wachstum. Ja, Fernstraßen sind die Schlagadern der Globalisierung, sie vernetzen Warenverkehr und machen Arbeitskraft und Dienstleistungen überall verfügbar. Mensch, Stadt und Land haben sich anzupassen. Die Politik ist nicht mehr in der Lage, das Dogma der Mobilität in Frage zu stellen.

Denn die massenhafte mobile Aufrüstung der zweiten und dritten industriellen Revolution hat die Systemträger Automobilindustrie und Energiekonzerne unter der Hand zu Kulturträgern ermächtigt. Die deprimierende Folgerung: »Freie Fahrt für freie Bürger« ist das zynische Synonym von Zurichtung der Bürger für deren Selbstmobilisierung unter dem Druck globaler Märkte! »Frei« wählen können wir höchstens die Farbe des Autos.

Tatsächlich kostet uns der Zwang zur Mobilität Familienzeit und Familieneinkommen. Er kaschiert den Niedergang der Nahversorgung und macht den Zugang zu Einrichtungen der Daseinsfürsorge zur Privatsache. Nachbarschaftshilfen können davon erzählen.

Wir wollen aber nicht, dass Automobil- und Energiekonzerne entscheiden, wie wir zu leben haben! Und mit »Big Data« greift Big Brother bald noch tiefer in unser Leben ein.

 

Davon mehr beim nächsten Mal,
Euer Ruhig Fury!

6. 4. 2017 Raumordnungsverfahren: Wia verfahrn de mit uns?

Da wolln de doch meinen Raum ordnen, in dem i wohn. A Autobahn B15 neu soll, da wo i leb, verlegt wern. Des war ja grad so, als ob mei Nachbar in meim Wohnzimmer sei Garage einrichten wui.

Wei des net so geht, is des Raumordnungsverfahren zur Ost-Süd-Umfahrung von Landshut öffentlich. Des nennt man Demokratie, wenn dann a de Einwendungen ernst g’numma wern.

Jetzt kannt ma sagn: »Was geht des mi o, was de da in Landshut macha?« Also mi stört des scho, wenn in meiner Wohnung (meiner Hoamat) jemand umananda ramt und i dann da nimmer lebn ko. Kannt sei, er stellt an riesen Schrank vor mei Fenster und es kimmt koa Licht mehr rei, i kon des Fenster nimma aufmacha zum Lüften. Oder er stellt sein Kocher in mei Zimmer und kocht dort Tag und Nacht sei Kohlsuppn.

Wenn oana zu nah an mei Grundstück hibaut, wird se jeder wehrn, weil er damit mei Recht stark einschränkt.

Wenn jetzt de Tog scheener wern, geht’s amal an der Baustelle der A 94 spazieren. Da kon jeder seng, wia des überall südlich von Landshut ausschaung werd, wenns uns de B15 neu aufs Aug drücken. Im Bauzustand wern de Wunden deutlich!

Bäche müassn verlegt wern, bei Starkregen saufen de Anwohner ab, Fischwasser wern kaputt g’macht, Weiden wern überschwemmt, weil de Firmen, de wo de Straß baun, net dro denga, was durch eanerne Eingriffe in de Natur ois passiern ko. Des is so, als ob der Nachbar beim Häuslbaun den ganzen Dreck bei dir im Garten lagert. Da wehrst du dich doch a.

Es gibt no oans drauf ! Von deiner Natur gengan wunderscheene Teile für immer verlorn. Mach no a paar Buidl von der Umgebung von deim Dorf, dass du deinen Enkeln zoang konst, wias früher amoi ausgschaut hat und wia schee des damals war. Wunder dich aber net, wenn de dann frogn: »Opa, warum hast du nix dagegn g’macht?« De gleiche Frag, zu oam ganz andern Thema, hab i meim Vater in de fünfziger Jahr g’stellt, er hat mia koa Antwort gebn kenna, oder wolln.

Wenns’d net wuist, dass in Deinem Wohnzimmer in da »Natur« ois so umgstellt wird, dass du nimmer guat leben kannst. Dann nimm dir a bisserl Zeit und schreib des an die Regierung von Niederbayern, was dir net passt. Des muast jetzt macha, nacha is z’spat. Nacha konnst nur no jammern und dich selba bemitleiden. De wo ois umgramt habn, wern des gwis net doa.

Hebt’s euern Hintern vom Sessel und macht’s an der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Raumordnungsverfahren mit ! I habs scho g’macht !

Also auf geht’s !

 

Euer
Geh Schorsch Geh

30. 3. 2017 Die Mär vom Stadtverkehr !

Wie ist er doch hilflos, der mündige Bürger. Jedenfalls dann, wenn er als Gegner einen professionell organisierten und auf Hochtouren laufenden politischen Apparat hat.

 

Wieso? Das zeigt die Geschichte der B15 neu-Verarsche klar und überdeutlich.

 

2014, als die Pläne einer durchgängigen vierspurigen Autobahn von Landshut bis Rosenheim öffentlich wurden, hat die gegnerische Mannschaft aus Autobahnplanern und politischen Befürwortern der B15 neu richtig eins auf die Mütze bekommen, und zwar von unserem unerschrockenen und mutigen Stop-B15 neu-Bürgerteam.

 

Legendär auch das Aufeinandertreffen in Tiefenstätt bei Ramsau. Mit von der Partie waren auf der Seite der Gegner Marcel Huber (damals noch Kapitän im Umweltministerium), der Mühldorfer Landrat Georg Huber (leider spielt der immer noch) und dem ehemaligen Autobahnpräsidenten Paul Lichtenwald. Der geballte Widerstand des Bürgerteams – beachtliche 200 waren gekommen – gegen eine überdimensionierte und überflüssige B15 neu war unübersehbar.

 

Und dann der 6. Dezember 2014 in Hinterberg, als Mühldorfer und Erdinger Bürger unter der Schirmherrschaft des Nikolaus unserem Innen- und Verkehrsministerspieler unmissverständlich Paroli zu den vierspurigen Monstertrassen kundgetan haben! Mit Erfolg! Leider nur kurzzeitig, wie wir alle wissen.

 

Die B15 neu kam wieder auf den Tisch. Aber dieses Mal scheibchenweise, klüger, dezenter, ja raffinierter, nur nicht die Bürger entlang der kompletten Trasse aufschrecken wie 2014. Der politische Apparat lief an, und in bester Hinterzimmermanier wurde wohl der neue Schlachtplan entworfen: Ab jetzt spielte man nur noch mit gezinkten Karten.

 

Erst bürgernah per Dialogforum. Diesen Teil des Spiels übernahmen die bekannten Mitläufer Oßner und Dreier. Schnell mal die Kosten gesenkt für die Umfahrung Landshut – wie das ging? Ganz bewusst und ohne Lärmschutz für uns Bürger –, den Rest erledigte der Bundesverkehrswegeplan 2030. Schnell mal die B15 neu bei Landshut zur B15-Stadtumfahrung umdeklariert, aber das ganze vordringlich und vierspurig. Dann der zweite Streich nach Öffentlichkeitsbeteiligung zum BVWP 2030 und 2000 Bürgereinwänden gegen die B15 neu: die Hochstufung von zwei auf bis zu vier Spuren durchgehend bis Rosenheim, und gleich mit Planungsrecht auf der Strecke südlich vom Landshut. Und plötzlich heißt es – im Nebensatz – , dass die B15 neu ja von überregionaler Bedeutung ist und sie eben deswegen vierspurig ausgebaut werden muss.

 

Na, schon selber draufgekommen? An den ursprünglichen Plänen hat sich seit 2014 absolut nichts geändert!

 

Schon vor Beginn des Dialogforums war der lokalen Politikerkaste klar: die B15 neu muss vierspurig bis Rosenheim in die Landschaft gepflügt werden. Eine neue Nord-Süd-Verbindung für den Schwerlastverkehr muss her. Und zwar in unsere Region, das entlastet dann ja auch die Münchner Ostumfahrung. Ist doch schön!

 

Liebe Mitspieler, bitte aufwachen! Hier geht‘s nicht um eine Stadtumfahrung von Landshut, es geht vielmehr um eine neue innereuropäische Nord-Süd-Achse, ausgelegt für bis zu 40.000 Fahrzeuge und das Tag für Tag. Und weil’s offiziell eine Bundesstraße ist und keine Autobahn, darf man damit getrost auch näher an die Wohnbebauungen. Darum geht‘s. Um nichts anderes.

 

Also ran an die Tasten und Einwände schreiben. Bis zum 16. Mai läuft die Bürgerbeteiligung am Raumordnungsverfahren zu Landshut.

 

Euer Co-Trainer

23. 3. 2017 Über Abenteurer und s'Bescheidsogn

So, jetzt hamma a Raumordnungsverfahren für drei Varianten der Weiterführung von der B15 neu … Und natürlich is aa do wieder des Motto größer, breiter, teurer. So wie immer, wenn’s bei uns ums Autofahr’n geht.

Die Autohersteller machan ständig no schwerere, aufblasenere, schnellere Modelle – mit entsprechendem Treibstoffverbrauch – und kennan de Fahrzeuge bei uns a wunderbar ausfahrn, weil wir ja eins der wenigen Länder auf der Welt san, de koa Tempolimit ham. Da kommt der Abenteurer noch auf seine Kosten!

Und die Umfahrung von Landshut muaß natürlich dann aa vierspurig werden, is ja klar. Wenn’s bisher no koa oanzige Umfahrung geben hat, dann muaß ma ja sofort von 0 auf 200 geh. Ob’s es braucht oda ned. Des segt ma ja dann, wenn’s baut is, sogn’s.

Do hat’s dann scho a heftige Diskussion gegeben, bei mir im G’schäft. De oane war a Kampfbefürworterin der B15 neu, der andere wui aa eigentlich a große Straß, aber halt möglichst weit weg vo sein’ Wohnhaus, und dann war no oana do, der gmoant hat, dass a Umgehung vo Landshut ja scho relativ nah an Landshut dro sei muaß, und bestimmt ned vierspurig sei brauchat bei ca. 5500 Fahrzeuge am Tag.

Die gute Nachricht is, dass i jetzt auf der Gemeinde bis zum 16. Mai 2017 eine Stellungnahme zu den Varianten 1a, b, und c abgeben konn, weil ma muaß scho Bescheid sogn, wenn ma mit ebbs ned einverstanden is. Do geh i glei morgen in’d Amtsstund und gib meine Einwände weida.

Vielleicht seng ma uns ja,

 

Bis zum nächsten Mal
Eure Anni

17. 3. 2017: Gemeinwohl

Da hat sich doch das letzte Mal der Ruhig Fury! sehr gewundert, dass es, gerichtsmassig sozusagen, ein Recht auf Heimat gar nicht geben soll. Etwas anderes wundert den Ruhig Fury! aber ebenso: Warum sollen wir uns eigentlich gegen die B15 neu-Befürworter verteidigen: Es müsste doch umgekehrt sein!

Ja umgekehrt: Wer was verändern will, der hat die Pflicht zu begründen. Das heißt, er muss einsichtige und beweisbare Gründe anführen. Und solange die Betroffenen sich nicht alle einig sind, dass er eine gute Idee hat, die allen nützt, wird auch nicht verändert.

Das funktioniert so, meint ein gewisser Jürgen Habermas: Im »herrschaftsfreien« Diskurs, der niemanden vom »Markt des Ausgleichs« ausschließt, wird das »Gemeinwohl« für alle Beteiligten einsichtig bestimmt. Ah, ja.

Art.151 Abs.1 der bayerischen Verfassung sagt denn auch: »Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl, insbesondere der Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins für alle und der allmählichen Erhöhung der Lebenshaltung aller Volksschichten.«

Der Ruhig Fury hat schon einen großen Kopf zum Denken, aber jetzt ist ihm doch etwas schwindlig: »Markt des Ausgleichs«, »menschenwürdiges Dasein«, »Erhöhung der Lebenshaltung«! Was ist denn das?

ielleicht hilft ja ein Blick auf die Praxis: Den Abriss der Dörfer des Braunkohle-Tagebau Garzweiler II hat das Bundesverfassungsgericht auch mit dem Gemeinwohl der Energieversorgung begründet.

Und die Autobahn B15 neu? Die Allgemeinheit bedürfe abwechselnd der Entlastung des Stadtverkehrs, der besseren Anbindung umliegender Dörfer, der regionalen Vernetzung, und der strategischen europäischen Transversale für Güterverkehre (die es heute gar nicht gibt). In beiden Fällen wird auf Grund eines Bedarftrends das überkommene Lösungsmodell alternativlos behauptet.

Braunkohle? Konsens heute: inakzeptabel! Für die Betroffenen, denen die Heimat weggebaggert wurde, kam die Einsicht zu spät.

Stop B15 neu hat nun bei der Europäischen Kommission Beschwerde eingelegt, da die europarechtlich vorgeschriebenen Umweltverträglichkeitsprüfungen nicht oder nur unzureichend berücksichtigt wurden.

Es ist hier eine Doktrin des »autoritären Liberalismus« eingerissen: Infrastrukturen der Daseinsvorsorge werden privatisiert, diese »Märkte« dann staatlicherseits durch Diskursverfahren durchgesetzt und mikroökonomisch, d.h. durch Abgaben, alimentiert. Ruhig Fury! Der plurale »Markt des Ausgleichs« hat eine ganz neue Bedeutung! Zeit wird’s, dass bei der B15 neu der öffentliche Diskurs auf dem von der Verfassung verlangten Niveau geführt wird: Die »Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins« ist der Kern dieses Diskurses. Auf Spekulation, behaupteter Alternativlosigkeit, mit »Trends«, Drohung und Trickserei aufgebaute Lösungen sind nicht konsensfähig.

Bis zum nächsten Mal
Euer Ruhig Fury!

23.2.2017 Geh Schorsch Geh hot an dicken Hals

Da streitet unsa Landwirtschaftsminister mit der Umweltministerin um Bauernregeln. Ja, jetzt is Fasching!

Aber des is doch Kindergartenfasching. Ham se de über den Bundesverkehrswegeplan g’stritten? Naa! Aa net um de B15 neu! Aber genau des waar in eana Fach g’falln!

Da werd Geld ausgebn für a freiwilligs »Tierwohl«-Label, knappe 70 Mios, und für die Bauernregel-Aktion 1,7 Millionen. Dass des Tierwohl a mit einer Autobahn was zum doa hom kannt, is eana net kemma. Auf dene wern nämlch de armen Viecher europaweit umananda karrt, damit möglichst vui Subventionen eig’strichen wern kenna. Hot des nix mit Tierwohl zum doa?

Da regt er si auf üba de Bauernregel:

Ohne Blumen auf der Wiese,

geht’s der Biene richtig miese.

Da wo a Autobahn is, gibt’s koane Wiesn mehr! Ja, is denn a Biene koa Tier, des wo Anspruch auf Tierwohl hat, wia de Fackein oder Hehna? Boi mia koane Bienen mehr ham, kenna mia wia de Chinesen unsere Baam und andere Fruchtpflanzen mit am kloana Pinsel selbst bestäuben. Vui Spaß dabei!

Auf der andern Seitn hat unsere Umweltministerin den Verkehr bei de Bauernregeln aa weglassn. Ja woas de net, dass neue Straßn aa wertvolle Umwelt verbraucha, wia de Isarleitn bei Landshut? Ja woas de net, dass auf a solchener Straß mehr Abgas produziert wird, als auf jeder andern, oder auf’m Gleis oder auf’m Wasser?

Da hätt i a Bauernregel, auf de de zwoa sich einigen kannten:

Wird des Bauern Wiese grau,

is a Autobahn im Bau.

Glabst das!!! I hab an solchan Hals!!!

Euer Geh Schorsch Geh

16. 2. 2017 Das sportliche Verhalten der Pro-B15 neu-Mannschaft

Liebe Sportsfreunde,

 

heute macht sich der Co-Trainer mal so seine eigenen Gedanken über das sportliche Verhalten der Pro-B15 neu-Mannschaft und ihrer Fans.

Da kann man einer Pressekonferenz entnehmen, wie sich der Platzwart des Staatlichen Bauamts ungerecht von den Sportreportern der Landshuter Zeitung behandelt fühlt. Da moniert der Herr Dreier von eben diesem Amt, dass ein Team, sprich Gemeinde, nicht fair spielt und das Spielfeld B15 neu lieber auf dem Gebiet der Nachbargemeinde sehen würde.

Da habe ich für den Herrn Dreier einen Vorschlag für echtes Fair Play. Denn in seinem eigenen Team der B15 neu-Befürworter gibt es gleich drei Mitspieler, die das Sankt-Florians-Prinzip in unverfrorener Art und Weise, ganz ungeniert zelebrierend, auf eine komplette Nation, sprich einen ganzen Landkreis, ummünzen. Da wären der Nachwuchsspieler und CSU-Bundestagsabgeordnete Herr Lenz, aufgestellt für den Wahlkreis Ebersberg-Erding, der Erdinger Landrat Bayerstorfer, ebenfalls mit einem CSU-Spielerpass ausgestattet, und weil das noch nicht reicht, auch noch eine Gruppe Sankt-Florian-Fans mit dem an sich schon entlarvenden Namen »Keine B15 neu im Landkreis Erding«.

Dieses dreiste Dreigestirn fordert vehement den sofortigen Bau der B15 neu, allerdings – liebe Leser der Kolumne, ihr werdet es schon ahnen – nicht im Landkreis ERDING, sondern – und jetzt lieber Herr Dreier vom Bauamt: Aufgepasst! – doch bitteschön und dringend im Nachbarlandkreis MÜHLDORF, und das Ganze am besten gleich vierspurig, so dass es sich auch rentiert mit der Neutrassierung durchs beste Ackerland.«

Lieber Herr Dreier, als fairer Sportsmann würde ich mir von Ihnen wünschen, dass Sie auf diesen viel größeren Missstand in Ihrer parteiischen Sportzeitung hinweisen, anstatt voller Eifer nur auf Ihr Landshuter Spielfeld zu schauen.

Und der schon genannte Nachwuchsspieler Lenz treibt das ganze Spiel auf die Spitze: Kaum als Spieler im Landkreis Ebersberg unterwegs, mutiert er zum Heimatbewahrer und Umweltschützer par excellence und ist auf einmal gegen die B15 neu als vierspurige Neutrassierung und für den sanften Ausbau der bestehenden B15 im Nachbarlandkreis Rosenheim. Dreimal dürft ihr, liebe Leser, raten warum. Die Bundestagswahl 2017 lässt schon grüßen. Das ist ja schon fast Champions-League-Niveau.

Gegen wenn man alles so spielen muss in seiner Karriere. Da bleibt einem nichts erspart. Aber schon gar nix.

 

Euer Co-Trainer

9. 2. 2017 Friseurin Anni berichtet

Friseurin Anni berichtet

 

Wissen´s, i geh gern in mein Laden zum Arbeiten. Mir macht des a Freid, wenn i de Leit an Kopf schee herrichtn konn. Und so interessant is des, dass so vui verschiedene Leit umanandlaffan.

Neilich zum Beispiel is oana kemma, parkt vor der Ladentür, an fetten Geländewagen, nagelneu, blitzblank. Kaum dass mir fertig ausgredt ham, wia seine Haar ausschaun soin, fangt er s´schimpfa o. Dass er grod wieder a Schuidl gseng hot »Stop B15 neu«. »De blädn Naturschützer«, hot er gsogt, »de woin uns Landshuter no komplett vergiften. Mia erstickan in de Abgase, weil ois durch Landshut durchfohrt. Aber de Bagage, wo de Strass verhindern mecht, sorgt si ja grod um des Viecherzeig, wo in de Wiesen wohnt.«

Drauf sog i, »Ja so einfach glaub i, is des aa ned. De woin hoid ned a ganze Autobahn vo Regensburg nach Rosenheim, bloß damit Landshut a Umgehung griagt. I find des ehrlich gsogt, aa a wenig übertrieben.

Und aa unser Natur und ihra Artenvielfalt werden mir de nächste Zeit immer mehra braucha. Jeder Quadratmeter, den mir zuateeren, is verlorn für die Erzeugung von Nahrungsmitteln. Wer woaß, ob mia ned aa irgendwann wieder ein Selbstversorger-Land werden.«

I glaub, des hot eam ned so guad gfoin, wos i gsogt hob. Aber do war er scho fertig und is losgfahrn. Mid dem dicken Auto drei Straßen weiter hoam.

Ja mei…

2. 2. 2017 Das Recht auf Heimat

Das Recht auf Heimat

 

Wo Ruhig Fury! auf der Koppel steht, haben die Leute aus dem Dorf Tafeln angebracht. B15 neu zerschneidet unsere Heimat!« steht da drauf. Ach ja, Heimat: »Über deinen weiten Gauen ruhe Seine Segenshand! Er behüte deine Fluren, schirme deiner Städte Bau …«

»Do bin i dahoam«, das hat einen Klang, voll wie das Leben. Klingt nach Geborgenheit, nach Daheimsein, für einander da sein. Heimat ist wie ein Fixstern, der Orientierung gibt. Diesen Klang lieben wir an unserer schönen Hymne.

Heimatlosigkeit: Unheimliche Vorstellung! Kein Heim zu haben, oder dass das Heim, wo wir uns wohl fühlen, beschädigt, ja sogar weggenommen wird! Wie selbstverständlich setzen wir ein »Recht auf Heimat« voraus.

Doch mit dieser Annahme befinden wir uns im Irrtum. Als für den Braunkohle-Tagebau ganze Dörfer abgerissen werden sollten, wurde sowohl durch das Bundesverwaltungsgericht 2008 als auch durch das Bundesverfassungsgericht 2013 das »Recht auf Heimat« im Sinne des Art. 11 GG als Grundrecht auf »Freizügigkeit« ausgelegt. Das Schutzgut der Freizügigkeit sei jedoch durch den Verlust eines identitätsstiftenden Ortes nicht berührt, der Abriss der Dörfer also rechtens.

Weder das deutsche Grundgesetz noch die bayerische Verfassung kennen ein »Grundrecht auf Heimat«, sondern jeweils nur das Grundrecht, sich in Deutschland überall niederzulassen. Sicher hatten die Väter des Grundgesetzes genug von der rassistischen Heimattümelei der NS-Zeit. Politisch hätte das Postulat eines »Grundrechtes auf Heimat« vor der Tatsache von Aussiedlung und Vertreibung zu schweren Konflikten mit den Siegermächten geführt.

Sie liberalisierten stattdessen die früher restriktiv gehandhabte Tradition des »Heimatrechts«, das den Zuzug reguliert. Aber mangels normativer Dynamik verfiel der Begriff »Heimat« zum romantischen Narrativ, zu einer museal-folkloristischen Stereotype oder gar zum rechten Kampfbegriff.

Mit der Ausrichtung auf die neoliberale Doktrin wurde der Begriff auf einer Tagung 2004 mit dem Verweis auf die wirtschaftlichen Anforderungen der Globalisierung überhaupt verworfen: »Jobnomaden« hätten schließlich »globale Seelen«. Das Thema »Heimat« sei längst im »Naturschutz« aufgehoben. Menschen hätten ja, im Gegensatz zu Bäumen, Beine und keine Wurzeln!

Ruhig Fury! Wir leben halt in seltsamen Zeiten. Wenn der Ort, den Generationen gehegt haben, kein Schutzgut ist, kannst du nur noch auf Fledermaus und Co. hoffen. Die sind nämlich im Flora-Fauna-Habitat durch Europäisches Recht besser geschützt als unsere Heimat.

Aber wir von Stop B15 neu sagen: »Wir lassen unsere Heimat nicht zerstören!«. Den Konflikt mit den Lobbyisten halten wir aus.

 

Bis zum nächsten Mal
Euer Ruhig Fury!

26. 1. 2017 Die nächsten Wahlen, de Internet- und de Vertrauens-Hacker

Die nächsten Wahlen, de Internet- und de Vertrauens-Hacker

 

In de Medien werd beschriem, wia unsere Politiker Angst ham, dass bei de nächsten Wahlen de Internet-Hacker de Wahlen beeinflussen kannten. Dawei solltens amal drüber nachdenga, wia sie selba des macha.

So hams bei der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bundesverkehrswegeplan, b’sonders bei der B15 neu, ganz ohne ‚Hacker‘ de Bevölkerung richtig b’schissn. Aba de ‚Hacker Ausred‘ hams scho hergricht!

I glab net, dass sie de 40 000 Einwändungen durchglesn und scho gar net beabeitet ham. Zusätzlich glab i a net, dass sie de europarechtlich vorgschriebnen Alternativprüfungen durchgführt ham. Aber des is no net ois! Es fehln nämlich a no de europarechtlich gebotenen alternativen Umweltprüfungen.

I frog mi, warum a Bürger, der wo des erkannt hat, solche Politiker wähln mog. Nämlich de, de wo des Verfahrn der Öffentlichkeitsbeteiligung als Feigenblattl benutzen, um die Interessen von eana selba und der Industrie durchzusetzen.

Ja, glaum denn de, mia san blöd!? Im Glaum dran, dass de Öffentlichkeitsbeteiligung ernst gmoant war, ham se 1000 Bürger Gedanken gmacht und eanane Bedenken eingreicht. Was is draus worn? Nix!

So ham se de Gegner der B15 neu bei der EU-Kommission beschwert, weil des vorgschriebne Verfahren einfach net durchgführt worn is. Des dearf ma uns doch net gfalln lassn!

Unsre Politiker braucha koane Internet-Hacker, dass de nächsten Wahln für sie schiaf genga. Sie san’s nämlich selba, die as Vertrauen der Bürger „hacken“ und sie san selba schuid an dem Schlamassel.

Wann wacha de endlich auf und fanga o, uns Wähler ernst zum nehma. Mia B15 neu-Gegner san scho aufgwacht und lassn uns des net gfalln.

 

Denkts mit Leut!!!

Euer
Geh Schorsch Geh

19. 1. 2017 Von wegen Bürgerbeteiligung

Von wegen Bürgerbeteiligung

Aktuell wird von unserem Gegenspieler hinter den Kulissen alles in die Waagschale geworfen: die B15 neu soll möglichst schnell und lautlos über die A 92 an Landshut vorbei gebaut sein. Fakten schaffen ist die oberste Strategie und Devise.

Mit dem verabschiedeten Bundesverkehrswegeplan 2030 dürfen die Offensivspieler „Staatliches Bauamt Landshut“ und „Autobahndirektion“ die Planungen vorantreiben, ganz offiziell. Erst wird in 2017 raumgeordnet, dann bis 2019 planfestgestellt. Danach wird in 2020 sofort gebaut, weil: das benötigte Geld für den B15 neu-Wahnsinn hat man ja schon in der Tasche. Soweit der Plan.

Wenn wir in unseren Reihen nicht so aufmerksame Abwehrspieler hätten, würde das alles wohl reibungslos funktionieren. Aber um Landshut haben sich unsere Teamspieler warm gelaufen und wehren sich nun tapfer gegen den bevorstehenden Planungsirrsinn. Ob im Kleinen Vilstal oder im Großen Vilstal – die Bürger merken, dass sie nicht nur Verkehrslärm und -dreck der Stadt Landshut schlucken sollen, sondern dass sie obendrein der überregionale Verkehr mit zusätzlichen zehntausenden von Fahrzeugen täglich überschwemmen wird.

Dass sich die Verkehrslawine in das niederbayerische Land förmlich hineinfressen wird – ohne Rücksicht auf Anwohner und Landwirte – um dann alle anschließenden Straßen wie die B299 und B15 alt zu überfluten, das zeigt sich jetzt mehr und mehr. Allerdings sagen wird dies von den Gegenspielern keiner, dazu haben sie nicht den Mumm. Und als nächstes ist dann das oberbayerische Hügelland an der Reihe, um unter einer Betondecke zu verschwinden. Schönes Bayernland ade.

Merkts‘es langsam?! Weil jetzt die Politiker und die Straßenlobby loslegen dürfen, werden wir Bürger nicht mehr gefragt. Wir dürfen nicht mehr teilhaben am Spiel, wir sind des Feldes verwiesen. Unbequem sind wir denen und lästig. Die Politiker, die von uns gewählt wurden, die brauchen uns jetzt nimmer.

Hintenrum ist nun die Taktik des Gegners

Deswegen ist es wichtig, nun Flagge zu zeigen. Eine undurchdringliche Bürger-Abwehrkette gegen die B15 neu um Landshut und gegen jegliche Raumordnungsvariante muss sichtbar und hörbar sein. Varianten 1a, 1b, 1c schwirren durch die schöne Landschaft um Landshut, und wie man hört, soll es sogar schon Varianten 1d und 1e geben.

Ja, auch dich, du noch nicht Betroffener, auch dich kann es erwischen, so wie jeden, der südlich von Landshut im sogenannten Korridor der B15 neu-Trasse lebt. Daher ist es wichtig, dass das Team der Bürger geschlossen gegen den Bau der B15 neu steht.

Die da oben brauchen nicht meinen, dass das Spiel entschieden ist. Im Gegenteil. Wir werden alles unternehmen, was zu unternehmen ist in diesem Spiel. Über die Verlängerung hinaus. Bis ins Elfmeterschießen.

2020, des, werte Politiker, des kennt‘s vergessen. Die erste Beschwerdeklage ist schon unterwegs.

Euer Co-Trainer

12. 1. 2017 Fakten und die Spur des Geldes

Fakten und die Spur des Geldes

Aus war’s mit der staden Zeit, weil, kurz vor dem Friedensfest ist dem Ruhig Fury! buchstäblich der Gaul durchgegangen. ‚D’ B15 neu kimmt jetzt doch!‘ So steht es nämlich im Entwurf des Planungsverbandes RP18_FS12 für die Region Südsüdostbayern.

Ruhig Fury! sieht sich schon auf dem Weg zur Tierkörperverwertung. Sein Arbeitsplatz ist hin, er liegt halt auf der Trasse. Der Futtermittelvertreter wird sagen: ‚Jetzt komm ich g’schwinder hin.‘  Aber da is nix mehr. Blöd gelaufen.

So eine Wut hat der Ruhig Fury! gehabt, dass er wie wild auf der Koppel herum ist und ausgeschlagen hat. Echter Wutbürger, sozusagen! Postfaktischen Post-Wahrheits-Schaum hat er vor dem Maul gehabt, und die Leute haben schon nach dem Tierarzt rufen wollen.

Er hat er ja fest an den „Dialog“ geglaubt und an die Bürgerbeteiligung zum BVWP 2030 und an die Gemeinderatsbeschlüsse. Aber wahrscheinlich ist er einem Missverständnis aufgesessen. Denn die ‚Ordnung des Diskurses‘ ist ein Ausschluss- und kein Integrationsverfahren. Ziel des Verfahrens ist es, der ‚Wahrheit‘ genüge zu tun. Das sagt zumindest ein gewisser Michel Foucault, das war ein französischer Philosoph. Er fügt aber noch hinzu, dass der Witz an der Sache ist, dass die Wahrheit – ‚präfaktisch‘ – schon vor dem Diskurs feststeht, und dass das Verfahren also nur den Zweck hat, die Stimme der ‚Wahnsinnigen‘ zum Verstummen zu bringen. Das hat der Ruhig Fury! nicht gewusst.

Rechenbeispiel: Wie viele Autos braucht man, um auf einer Strecke von 200 km bei 100 km/h auf der Autobahn gegenüber einer Landstraße mit 50 km/h 60.000 Stunden einzusparen? Rechnen kann jeder, aber ‚facere‘ (lateinisch für ‚faktisch‘) kommt von ‚machen‘. Erst wenn die B15 neu da ist, kann man beweisen, ob die Rechnung stimmt. Genial, denn dann ist es eh scho wurscht.

Die Kriminaler mögen Fakten, Spuren, Beweise, um die Wahrheit herauszubekommen. Mittel, Motiv, Gelegenheit: Folge der Spur des Geldes! Der Ökonom Marcel Fratzscher ist so einer: Er hat herausgefunden, dass die deutschen Haushalte ganz faktisch seit 2002 im Durchschnitt um 15% ärmer geworden sind. Und das bei enorm gestiegener Produktivität und dem dichtesten Straßennetz in Europa. Und er hat auch herausgefunden, wer daran schuld ist.

Es gibt ein Kartell aus Lobbyverbänden, Schatteneliten und Politik, die den ‚rationalen Diskurs‘ dazu benutzen, uns Fakten zu verkaufen, die in Wahrheit seit Jahren nur ihnen selber nutzen. Die uns Straßen verkaufen, so wie der Dealer dem Junky den nächsten Schuss. Die prächtig daran verdienen, wenn wir kollektiv an der Nadel „Speed“ hängen.


Bis zum nächsten Mal
Euer Ruhig Fury!

5.1.2017 Des passt für 2016: Abgasb’schiss und Schummelbundestrass B15 neu

Des passt für 2016:
Abgasb’schiss und Schummelbundestrass B15 neu

Da hab I vor Weihnachten auf Tölz umme müasn. 137 km je zuar Hälftn Autobahn und Landstrass hab i in oanadreiviertel Stund g’schafft. Auf der Rückfahrt hab i nach 20 km von der Autobahn obe müassn, weil überall Stau war. I bin also so zwischen Sechzge uns Achtzge über d’Landstrass hoam g’fahrn. Und welch a Wunder, i hab in mei Auto Diesel eini gefahrn.

Mei Bordcomputer hot für die „Wegstrecke“, des is de Streck, de wo i mit dem Tank no fahrn ko, immer mehra Kilometer o’zoagt. I schwörs Euch, i bin net beim Tanken g’wen.

Da is mia der Abgasskandal eig’falln. VW, AUDI, Porsche und no a poor, ham ihre Kunden b’schissn, indems in de Motorsteuerung a neue Software eibaut ham. De Politiker und viele andere ham des dann „Schummelsoftware“ g’nennt. Des alloa is scho a Skandal, des so harmlos zu nenna.

A jeda Kunde moant, er tuat was guats, wenn er a so a Auto kauft. Derwei schluckan de Kistn vui mehr Sprit, als ogebn worn is und haun natürlich an vui mehr Dreck naus, vor allem bei Schnellfahrten auf de Autobahnen.

Wenn ma jetzt, statt de B15 als Landstrass, de B15 neu im Autobahnformat baut, dann passt des ganz guat zua dem Abgasskandal. Warum? Weil auf der B15 neu als Autobahn fahr ma schnella, braucha dann a mehra Sprit und haun hint a mehra Dreck naus.

Zusätzlich kannt ma in de nächsten zehn Jahr durchs langsamer Fahrn mehra einsparn, als durch die Elektrifizierung von unsre Autos. Zumindest solang, bis ma nimmer net alle paar hundert Kilometer zwoa Stund zum Auflodn steh bleim müasn.

Also lasst`s uns langsamer fahrn, auf Bundesstraßn mit höchsten 100 km/h!
A Schummelbundestrass, wia de B15 neu brauch ma net, weil des is B’schiss und des war no a weiderer Abgasskandal!

Fürs neue Jahr hab i mir vorgnumma, i fahr Diesel in mei Auto eini!
Deats mit!


Euer
Geh Schorsch Geh

 

p.s.: No was, auf meiner Hoamfahrt hab i nur 10 Minuten länger braucht.
‚Wegstrecke‘ zoagt mia o, wia weit i bei gleicher Fahrweise noch fahrn ko. Wenn i, wia bei der Fahrt nach Tölz vorher auf der Autobahn gfahrn bin, und nachher auf der Landstrass fahr, wird die Kilometeranzeige mehra, weil i weniger verbrauch als vorher. Des is Diesel eini fahrn.

29. 12. 2016 Liebe Leser der Kolumne

Liebe Leser der Kolumne,

heute analysieren wir mal die Taktik der B15-neu-Befürworter und zeigen deren Scheinheiligkeit auf. Ihr größter Trumpf im Zweikampf gegen das Team der Bürger ist der getarnte Spielzug der Bürgerbeteiligung.

Bürgerbeteiligung – das hört sich erst mal super an für uns Bürger, man meint man wird gehört, kann seine Vorschläge einbringen, ja man kann sogar was bewirken. Aber nein, lieber ahnungsloser Bürger, weit gefehlt. Genau das Gegenteil ist der Fall. Die Bürgerbeteiligung dient lediglich als Deckmantel für die Interessen der B15-neu-Befürworter aus Politik und Wirtschaftsverbänden. Die Mannschaft der Bürger darf nur zu Beginn am Spiel teilnehmen, gegen Spielende wird dem Bürgerteam vom Schiedsrichter Dialog aus Forum die rote Karte gezeigt und es muss geschlossen das Spielfeld verlassen. Was, das glaubst Du nicht?


Die B15 neu – der wahre Spielverlauf

Jahrzehntelanges Abwehrtraining mit bestens eingespielter Viererkette schien erfolgreich zu sein. Alle vierspurigen Varianten der B15 neu von Landshut bis Rosenheim wurden vom Team Bürger gnadenlos abgewehrt, ob West-, Ost- oder Raumordnungstrasse, überall blies den hiesigen und überregionalen Politikern der Wind frontal ins Gesicht. Unsere Floegelspieler setzten reihenweise einen Konter nach dem anderen, im Strafraum der B15-neu-Befürworter brannte und mahnte es lichterloh. – Hat man sich also entschlossen, die B15 neu als Autobahn für den überregionalen Nord-Süd-Verkehr zu begraben und stattdessen lokale, sinnvolle und schnell realisierbare Lösungen favorisiert? Denkste!


Oseln, rampfen, hubern, dreiern…

Die B15-neu-Teammanager der IHKs haben rumgeoselt und gefaselt, der offensive Mittelfeldspieler aus Landshut hat auf den Boden gerampft und gestampft , der Stoßstürmer Erwin hat rumgehubert und geheuchelt, der sportliche Bauleiter hat rumgedreiert und gereihert, der Spielmacher aus Velden hat rumgeoßnert und gemosert, so dass am Ende Kapitän Horst mal wieder drehhofern durfte und den Streckenverlauf der B15 neu gegen den Bürgerwillen neu absteckte. Und weil das alles noch nicht genug ist, hat’s der Heimatspieler und Möchtegernkäptn obendrein auch noch sauber versödert.


Stirbt ohne B15 neu unser schönes Bayernland?

Ohne gscheite Autobahn B15 neu mit samt ihren Outlets, Baumärkten und Gartencenter überall und irgendwo stirbt offenbar unser schönes Bayernland von heid auf morgn. Arbeitslose, soweit das schöne Bayernland reicht, wären unausweichlich. Unternehmer und Bürger wechseln alle ablösefrei zu den Preißn. Der Untergang unserer bayerischen Kultur wäre nur ein Frage der Zeit … Aber das allerschlimmste für die Betonpolitiker wäre gewesen: das Team Bürger hätte haushoch gewonnen, wenn’s ned aufpasst häddadn …


Schlimm, schlimm ist das!


Euer Co-Trainer

22. 12. 2016 Zu euch kommt man nicht !

Zu euch kommt man nicht !

„Der Vertreter für Futtermittel aus der Stadt schimpft: Höchste Zeit wird’s, dass sie die Autobahn bauen! Der halbe Tag ist vertan mit der Fahrerei. Ich hab’ meine Zeit nicht gestohlen!!

Ruhig Fury! Auskeilen heben wir uns für später auf. Ja, ohne Autobahnanschluss bist du heute Kunde zweiter Klasse. Für ihn sind wir da draußen Zeitdiebe, irgendwie geschäftsschädigend, weil ‚Zeit ist Geld‘! Und dann gäbe es noch diese Typen bei uns, sagt er, die immer gegen alles sind. Denen Juchtenkäferschutz wichtiger sei als Menschenschutz. Diese ewig Gestrigen mit ihren Vorurteilen, diese Fortschritts-Bremser seien schuld am Stau und am Stress, sagt er.


Der Beruf von Ruhig Fury! bringt es mit sich, dass er die unterschiedlichsten Menschen auf seinem Rücken herumträgt. Einer, der kommt auch aus der Stadt, redet manchmal zum Stallburschen, einem Studenten, der sich ’was dazu verdient. Da schnappst du natürlich einiges auf! Neulich ging’s um ‚Ressentiments‘. Weißt schon, Pegida und so.

Ressentiments sollen nämlich eine ‚Strategie der Problemlösung‘ sein. Du kannst nicht nur ökonomische Kosten auslagern, ‚externalisieren‘, sondern genauso deinen Psycho-Druck. Dann hat ein anderer den Schwarzen Peter, d.h den Druck zu lösen, der dich fertig macht: Bist du z.B. gehetzt, muss eine Autobahn her. Praktische Sache, diese ‚Externalisierung‘!


Ach ja, da sind ja noch diese Fortschritts-Bremser. Die musst du einschüchtern: Da sagst du zum Beispiel: ihr seid unterentwickelt! Das belegst du mit allerhand Statistiken. Zack! Jetzt gibt es Gewinner, die liegen über dem ‚Richtwert‘ und es gibt die Schlechten. Du bist, logisch, bei den Guten. Integrieren sollen sich die anderen erst mal! Und wer sich nicht integrieren will, dem haust du deine ökonomische-Vernunft-Leitkultur mit einer Portion Drohung um die Ohren: Ihr gefährdet ‚den sicheren Schulweg‘, ihr gefährdet ‚den Wohlstand‘!

Doch besonders pfiffig ist es, wenn du es schaffst, als mitfühlender Helfer aufzutreten. Da haben zum Beispiel verarmte Rentner in England für den Brexit gestimmt. Oder im Osten Leute die AfD gewählt. Du entdeckst die ‚Abgehängten‘ auf dem Lande, die eine Dummheit gemacht haben, und versprichst ihnen ‚Chancengleichheit‘. Wer jetzt nicht bereit ist seine egoistische Lebensvorstellung für eine Autobahn aufzugeben, ist ganz schön undankbar!


Und jetzt ausgekeilt: Ressentiments nur Pegida & Co. zuzuschreiben, ist nämlich ganz schön ungerecht!


Bis zum nächsten Mal
Euer Ruhig Fury!

16. 12. 2016 Gelber Sack – gelbe Autobahn

Gelber Sack – gelbe Autobahn

Da hot doch letzte Woch in meiner Straß oaner sein gelben Sack vor sei Tür gstellt. I hob in Kalender gschaut und festgstellt, dass des erst nächste Woch is. Drei Stund später ham fast alle Nachbarn aa eanern Sack ausse gestellt. Des erinnert mi an de gelbe Autobahn B15 neu.

De hams bis Landshut baut und jetzt glaubt a jeder, dass de bis Rosenheim weiter baut werden muas, natürlich als gelbe Autobahn: ‚I muas des aa macha, weils de andern macha.‘


De gelben Säck san natürlich net abgholt worn. A paar Nachbarn ham deshalb eanern gelben Sack wieder eini gholt, weil’s ghört ham, dass des net richtig war. Nur der Erste hat sein draußn lassen.

Wia wars, wenn mia dene Leut und Politiker, wo glaubn, dass ma de B15 neu weiter baun muas, aa einfach sogn, dass des net richtig is. Freili wearn de Politker, wo des erste Stück baut ham, des net glaum, wia der, der wo als Erster sein gelben Sack nausgestellt hat.


Mia müassn des schaffen, dass de B15 neu in Landshut Schluss is, als „Sackautobahn“. Der Bund Naturschutz werd gegen de Ortsumfahrung von Landshut mit oaner Autobahn klagn, weil so fui kaputt gmacht werd.

Dann war’s aa no guat, wenn’s do draus aus dera jetzigen gelben Autobahn a „weiß-blaue Autobahn“ macha datn, mit de weiß-blaua Schuidl. Des war wenigstens boayrisch ehrlich!


Machts es, hoits zam
sogt Euch

Geh Schorsch Geh


p.s.: Jetzt hot doch tatsächlich der Bundestag den Bundesverkehrswegeplan für guat ghoaßen, de ham des mit’m gelben Sack oiwei no net kapiert.

8. 12. 2016 Liebe Sportsfreunde!

Liebe Sportsfreunde!

 

Wir müssen es zugeben: ein wichtiger Punkt der Spielrunde geht an unseren Widersacher. Die B15 neu überquert nun vierspurig die A 92 bei Ohu und bindet vierspurig an die B299 an. Im weiteren Verlauf geht es zweispurig zur bestehenden B15. So ist es nun im BVWP fixiert.

 

Lange haben wir mit großartigem Kampf und kreativem Spiel dem übermächtigen Gegner aus Politik und Wirtschaftslobbyisten Paroli geboten, aber in den letzten Minuten drehte dieser Dank seines unerschöpflichen Spielerkaders die Partie. Auch der vom gegnerischen Team gestellte Schiedsrichter, Herr Dialog aus Forum, nahm keinerlei Rücksicht auf unsere tapfere Mannschaft und pfiff mehrere alternative Spielzüge einfach unberechtigterweise ab. Diese Fehlentscheidungen gaben den Ausschlag.


Aber der Sieg wird teuer erkauft. Hielt man während des Spiels die Kosten noch flach, so explodieren diese nun nachträglich. Hier ein Bericht aus der Pressekonferenz von Trainer Oßner nach dem Spiel:

‚Ein heißes Eisen ist … die Querung der Isarhangleite.‘ Schon wegen der Topographie sei das eine Herausforderung, räumt Oßner ein. Dazu kommt auch in diesem Fall der Naturschutz – und zusätzlich die Frage der Lärmbelastung der betroffenen Anwohner. Am schonendsten für Mensch und Umwelt wäre nach den Worten des Trainers ‚… ein möglichst langer Tunnel. Der Haken daran sind einerseits die damit verbundenen erheblichen Bau- und Unterhaltskosten…‘ Andererseits spiele die Verkehrssicherheit eine Rolle: ‚Nicht jeder fährt gern durch eine kilometerlange Röhre‘, so Oßner. ‚Zudem wäre eine Geschwindigkeitsbegrenzung notwendig.‘


Lärmschutz für die Zuschauer in der ersten Reihe Stadionblock OHU ! Aber bitte keine Geschwindigkeitsbegrenzung oder einen langen, finsteren Tunnel. Wie unsportlich ist das denn? Nun sucht er den Schwarzen Peter. Nicht in den eigenen Reihen – das wäre ehrlich – , sondern er schiebt ihn dem Verlierer zu, der den
Isarhangleiten-Pass nicht in seinem spielerischen Repertoire hatte, sondern nur den einfachen, effektiven Osttangenten-Pass. Nochmal Trainer Oßner:

‚Unsere Gegner könnten maßgeblich selbst dazu beitragen, die Kosten im Rahmen zu halten, und zwar, indem sie nicht zur Verunsicherung bei den Betroffenen beitragen sowie auf bereits angedrohte Klageverfahren verzichten.‘


Ne, Ne lieber Trainerkollege, diese Taktik haste Dir selber ausgesucht mit deinem Team. Dribbelst mit Deiner Auswahl über den schwierigsten, teuersten und kompliziertesten Weg Richtung Süden. Also schaut selber, dass ihr euch keinen Fehlpass erlaubt und dass das im Rahmen bleibt mit den Ablösesummen!

Wir freuen uns auf die Verlängerung des Spiels vor dem DFB-Sportgericht.


Euer Co-Trainer

1. 12. 2016 Rasen für die Rendite!

Rasen für die Rendite!

Wolfgang Schäuble, Bundesfinanzminister und Kardinalpräfekt der neoliberalen Glaubenskongregation in Europa, drückt bei der Privatisierung unseres Bundesfernstraßennetzes aufs Tempo.

Eine Bundesinfrastrukturgesellschaft‘ soll den unter Null-Zins leidenden institutionellen Anlegern wieder Profite verschaffen.

Der Bundesrechnungshof ist nicht amüsiert: dass der Staat zu Null-Zinsen günstiger in unsere Infrastruktur investiert als gewinnorientierte Privatunternehmen ist evident.

Unterstellen wir einmal, Herr Schäuble vertritt eine gewisse Rationalität: Dass institutionelle Anleger mit Renditen aus Maut und ggf. Zinsleistungen aus dem laufenden Haushalt (ruhig Fury, es wird ja noch diskutiert!) richtig gut Gewinne machen sollen, hat ja einen Grund: Die niedrige Investitionsneigung in der Privatwirtschaft. Diese ist verständlich, denn die Wettbewerbsfähigkeit ist durch niedriges Lohnniveau gesichert, während das Vertrauen in steigende Nachfrage innovativer Güter aus eben diesem Grunde, nämlich der weltweit stagnierenden Kaufkraft, nicht gerade hoch ist. – Und hatte man nicht, den neoliberalen Glaubenssätzen getreu, auf Privatisierung der Altersvorsorge und auf Begrenzung der Sozialbeiträge gesetzt?

Nach dem Ausverkauf der Altersvorsorge droht nun ein Ausverkauf der durch unsere Steuergelder erwirtschafteten Fernstraßen – auch wenn Details noch strittig sind. Schäubles Rationalität sagt nämlich: Den privat zu erwirtschaftenden Anteil an der Altersversorgung muss man durch private Maut-Beiträge sozialisieren. Man munkelt, das kostet Sie pro Auto bis zu 130 € im Jahr, sofern Sie keinen Wagen nach aktuellem Umweltstandard haben (ruhig Fury, es wird ja noch diskutiert!).

Die Wirklichkeit hat die neoliberalen Wohlstandsversprechen weltweit widerlegt: Wenn unsere Heimat einmal durch Betonschneisen, Lärm und Abgase zerstört ist, werden wir nichts von dem Opfer haben. Denn das Bundesinstitut für Berufsbildung und das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) erwarten bis 2020 Engpässe lediglich im Sozialbereich und in den Verkehrs-, Lager- und Transportberufen …

Also die B15 neu für Wachstum & Wohlstand? Nein, so sichern wir nur die Profite der Investoren, nicht aber gute Arbeitsplätze und Lebensqualität für unsere Kinder.

Bis zum nächsten Mal

Euer Ruhig Fury!

24. 11. 2016 Dahoamisdahoam!!!?

Dahoamisdahoam!!!?

Auf dera Welt geht’s scho komisch zua. De mehran, mecht ma glaum, wolln unsere Heilsbotschaft aufm ganzen Globus verbreiten. Alle soin so glücklich wern wia mia. I hab so’s Gfui, dass dabei nur mia glücklich und reich wern, also de, de wo de Gschäfta machan.

De, wo dort dahoam san, wearn dabei arm und kenna se nimma selber daholten.

Mia is aufgfoin, dass des net nuar in fremde Länder so is, sondern a bei uns. Irgend oaner sogt, was guat für uns is und mia soin des glaum.

Kon des guat sei, dass unser Natur kaputt geht, dass de Bauern eana Land verliern, dass de Luft kam no zum Derschnaufa is, blos damit a paar Autofahrer schnella an des nächste Stauende keman? Braucha mia a B15 neu im Luxusformat, nämlich als Autobahn?

Da wo I dahoam bin, da mecht I a leben kenna, weil I da dahoam bin! Verstehst!?“

Geschrieben von

GehSchorschGeh

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