Kolumne: Der Co-Trainer schreibt an Minister Dobrindt

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Lieber Herr Dobrindt,
bitte helfen Sie mir! Ich bin mir sicher, dass Sie da was in die Wege leiten können!

 

Jetzt habe ich doch glatt zweimal mein Jugendtraining sausen lassen müssen, weil uns der Kaminkehrer in unserem Sportverein Ärger macht. – Zu viel Feinstaub, sagt er.

 

Nein, Herr Dobrindt, es geht nicht um unseren Vereinsbus mit einem Diesel 189B-Aggregat mit E5-Abgasnorm von Volkswagen, sondern es geht um unseren Holzofen im Vereinsheim.

 

20 Prozent zu viel Feinstaub, meint der Kaminkehrer. Das weiß er deswegen, weil er unseren gemeinnützigen Holzofen unter Echtbedingungen auf dem Prüfstand gemessen hat, sprich, wir haben eingeheizt. Jetzt bleibt uns nichts anderes übrig, als dass sich unser Sportverein einen neuen Holzofen kauft. Den alten Ofen müssen wir stilllegen, sagt der Kaminkehrer – sofort und gleich. Sonst müsse er uns die Rote Karte zeigen, sprich, unser Vereinskassier muss eine saftige Strafe zahlen.

 

Und jetzt, Herr Dobrindt, kommen Sie ins Spiel. Sie kennen sich doch aus damit, wie man eine Spielerlaubnis … ähhh Betriebserlaubnis weiter gewähren kann, auch dann, wenn man gegen geltende Spielregeln … ähhh Gesetze verstößt.

 

Weil bei diesen vielen Dieselmotoren von Volkswagen haben Sie das doch auch prima hinbekommen, so ganz nebenbei und unbemerkt. Und bei uns geht es ja nur um einen winzigkleinen Holzofen in unserem Vereinsheim!

 

Gerne gebe ich Ihnen die Telefonnummer von meinem Kaminkehrer. Ein Anruf genügt, oder?

 

Aber was erzähle ich hier eigentlich? So krumme Sachen machen wir beide doch nicht! Ich bin dafür, dass wir beide etwas Nachhaltiges für unsere Jugendspieler tun.

 

Wir vom Verein kaufen einen neuen Holzofen, der keinen Feinstaub mehr auf unser Spielfeld bläst. Und Sie bauen dafür neben unserem Fußballplatz nicht die vierspurige Autobahn B15 neu für 35.000 Autos am Tag, die in einer Stunde sicher mehr Feinstaub hinten rausblasen als das unser alter Holzofen in all den Jahren seit 1957, unserem Gründungsjahr, geschafft hat.

 

Dann freuen sich nicht nur unsere Jugendspieler, sondern wir erhalten unser wertvollstes Gut: unsere Natur und die Luft bleiben sauber. Und – nicht zu vergessen – auch unser Kaminkehrer ist zufrieden!


Das, Alexander, wär doch ein wahrhaft schöner Spielzug von uns beiden …

 

Es grüßt Sie verbindlichst

Ihr Co-Trainer

18. 5. 2017

 

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