Kolumne: Friseurin Anni berichtet

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„Friseurin Anni berichtet

 

Wissen´s, i geh gern in mein Laden zum Arbeiten. Mir macht des a Freid, wenn i de Leit an Kopf schee herrichtn konn. Und so interessant is des, dass so vui verschiedene Leit umanandlaffan.

 

Neilich zum Beispiel is oana kemma, parkt vor der Ladentür, an fetten Geländewagen, nagelneu, blitzblank. Kaum dass mir fertig ausgredt ham, wia seine Haar ausschaun soin, fangt er s´schimpfa o. Dass er grod wieder a Schuidl gseng hot »Stop B15 neu«. »De blädn Naturschützer«, hot er gsogt, »de woin uns Landshuter no komplett vergiften. Mia erstickan in de Abgase, weil ois durch Landshut durchfohrt. Aber de Bagage, wo de Strass verhindern mecht, sorgt si ja grod um des Viecherzeig, wo in de Wiesen wohnt.«

 

Drauf sog i, »Ja so einfach glaub i, is des aa ned. De woin hoid ned a ganze Autobahn vo Regensburg nach Rosenheim, bloß damit Landshut a Umgehung griagt. I find des ehrlich gsogt, aa a wenig übertrieben.

 

Und aa unser Natur und ihra Artenvielfalt werden mir de nächste Zeit immer mehra braucha. Jeder Quadratmeter, den mir zuateeren, is verlorn für die Erzeugung von Nahrungsmitteln. Wer woaß, ob mia ned aa irgendwann wieder ein Selbstversorger-Land werden.«

 

I glaub, des hot eam ned so guad gfoin, wos i gsogt hob. Aber do war er scho fertig und is losgfahrn. Mid dem dicken Auto drei Straßen weiter hoam.

 

Ja mei…

 

9. 2. 2017

 

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