Kommunalwahl am 08. März 2026: Weichenstellung für Adlkofen und die B15 neu
Mit der Kommunalwahl am 08. März 2026 entscheiden die Bürgerinnen und Bürger in Bayern über die zukünftige politische Ausrichtung ihrer Gemeinden. Gerade in vom Straßenbau betroffenen Regionen ist diese Wahl von besonderer Bedeutung. Die Haltung von Bürgermeisterinnen, Bürgermeistern und Gemeinderäten beeinflusst maßgeblich, wie entschieden kommunale Interessen gegenüber Staat und Bund vertreten werden. In der Gemeinde Adlkofen ist dies seit Jahren eng mit der Frage der geplanten B15 neu verknüpft.
Adlkofen wäre von einer möglichen Trassenführung stark betroffen. Flächenverbrauch, Eingriffe in landwirtschaftlich genutzte Gebiete und langfristige Auswirkungen auf die Gemeindeentwicklung stehen im Raum. Entsprechend prägt das Projekt seit Langem die politische Diskussion vor Ort – und spielt auch im aktuellen Bürgermeisterwahlkampf eine zentrale Rolle.
Klare Haltung aus dem Rathaus: Bürgermeisterin Maurer
Die amtierende Bürgermeisterin Rosa-Maria Maurer hat sich während ihrer gesamten Amtszeit deutlich gegen den Bau der B15 neu positioniert. Sie hat wiederholt öffentlich gemacht, dass sie das Projekt für Adlkofen als nicht verträglich ansieht, und diese Haltung auch gegenüber übergeordneten Behörden vertreten. Damit gehörte Adlkofen zu den Gemeinden, in denen der Widerstand gegen die B15 neu nicht nur von Bürgerinitiativen, sondern ausdrücklich auch aus dem Rathaus heraus getragen wurde. Der Gemeinderat Adlkofen hat sich in seiner Sitzung am 02.08.2021 einstimmig gegen den Bau der B15 neu (insbesondere die Trasse 1c) durch das Gemeindegebiet positioniert. Dieses klare kommunalpolitische Signal hat dem Widerstand vor Ort zusätzliches Gewicht verliehen und gezeigt, dass kommunale Selbstverwaltung auch bei Bundesprojekten eine wichtige Rolle spielt.
Die Positionen der Bürgermeisterkandidaten
Im aktuellen Wahlkampf stellen sich mehrere Kandidaten zur Wahl, die unterschiedliche Akzente in der Frage der B15 neu setzen.
Im Bericht der Landshuter Zeitung vom 06.02.26 äußert sich CSU-Kandidat Lars Wassereck kritisch gegenüber dem Projekt. Seine Haltung scheint geprägt zu sein von der Sorge um den hohen Flächenverbrauch und die Auswirkungen auf die Struktur der Gemeinde. Äußerungen auf Wahlkampfveranstaltungen im Tenor „die B15 neu sei eh nicht aufzuhalten“ mildern die Hoffnung auf tatkräftiges Engagement gegen die B15 neu jedoch deutlich ab. Er steht damit nicht für eine Befürwortung der B15 neu, lässt aber Zweifel daran, ob und wie stark er gegen sie kämpfen würde.
Der grüne Kandidat Hans-Jürgen Witthopf lehnt die B15 neu klar ab. Er sieht in dem Straßenbauprojekt eine verkehrspolitische Fehlentwicklung, die mit den Zielen des Klima-, Natur- und Bodenschutzes nicht vereinbar ist, und setzt stattdessen auf eine gemeindeverträgliche Entwicklung sowie Alternativen im Verkehr.
Eine andere Linie vertritt der Kandidat der Freien Wähler, Matthias Haunberger. Er steht der B15 neu grundsätzlich offen bis positiv gegenüber und verbindet dies mit Überlegungen zur wirtschaftlichen Entwicklung der Gemeinde. In diesem Zusammenhang befürwortet er auch die Ausweisung eines Gewerbegebiets und sieht in einer verbesserten überregionalen Verkehrsanbindung einen möglichen Standortvorteil. Kritische Aspekte wie Flächenverbrauch und langfristige Folgewirkungen werden von ihm weniger stark gewichtet.
[Update 24.02.2026: In einer Podiumsdiskussion in Adlkofen milderte er diese Position ab und bekannte sich grundsätzlich schon zum bestehenden Gemeinderatsbeschluss gegen die B15 neu]
Wahlentscheidung mit langfristigen Folgen
Die Kommunalwahl 2026 entscheidet damit nicht nur über Personen, sondern über den zukünftigen Kurs der Gemeinde Adlkofen im Umgang mit der B15 neu. Sie entscheidet darüber, ob die bislang klare ablehnende Haltung aus dem Rathaus fortgeführt wird oder ob sich die Gemeinde politisch neu positioniert.
Aus Sicht der Initiative Stop B15 neu ist diese Wahl ein entscheidender Moment. Wer die Lebensqualität in den Gemeinden, den Schutz von Landschaft und landwirtschaftlichen Flächen sowie eine nachhaltige Entwicklung ernst nimmt, sollte die Positionen der Kandidatinnen und Kandidaten zur B15 neu und zu anderen Straßenbauprojekten genau prüfen und seine Entscheidung entsprechend treffen.
Quelle: Berichterstattung der Landshuter Zeitung vom 06.02.2025

