6. März 2018: Keiner soll sagen, er habe nichts gewusst

Am 4. März 2018 brachte die Süddeutsche Zeitung einen Beitrag über die Isentalautobahn von Hans Kratzer. Ein lesenswerter Artikel ! Und möglicherweise eine Vorahnung auf das, was den Bürgerinnen und Bürgern mit der B15 neu im Raum Landshut und weiter im Süden bevorsteht?

Gegen die Isentalautobahn oder A 94 hatte jahrzehntelang der Verein „Die bessere Lösung“ protestiert und auf die geologische Problematik des Isentals hingewiesen. Zurecht, wie sich bis heute herausgestellt hat. Hans Kratzer: „All die Szenarien, auf die Gegner des Autobahnprojekts immer wieder hingewiesen hatten, sind beim Bau eingetreten. Hangrutsche, sandige Untergründe, die Unmengen von Beton erfordern, Wasserquellen, die das Setzen von Fundamenten erschweren. … Die kleinen Flusstäler sind schwer gezeichnet. Sie haben sich in betonierte Mondlandschaften verwandelt, die von Monsterbrücken durchschnitten werden. Sie sind streckenweise zugeschwemmt mit Erde und Baumaterial und biologisch tot. Hier wurde das alte Bauernland radikal umformatiert.“*

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Geländebewegungen und maßlose Bauwerke zerstörten die alte Kulturlandschaft des Isentals. Foto: Josef Gerbl

 

Auch bei der gelben Autobahn B15 neu scheinen Bund, bayerischer Staat und die Verwaltung der Stadt Landshut auf die gleiche Weise vorgehen zu wollen: Gegen massive Widerstände in der Bevölkerung und im Wissen um klar dargelegte Risiken soll die B15 neu über die A 92, über Isar und Hangleite, in großen Bogen um Landshut herum in die Landschaft gefräst werden. Dass die Kosten schon heute aus dem Ruder laufen, zeigen die gegenüber den Prognosen vervielfachten Ausgaben für bisherige Bauabschnitte. Und das zeigt sich erneut auf der Baustelle bei Ohu. Dort gibt es massive Probleme mit der Unterquerung der B15 neu unter der Autobahn A 92. Daher sollen bis zum Jahr 2023 jetzt erst einmal zwei „provisorische“ Auffahrtsrampen gebaut werden, um die Verbindung von B15 neu und Autobahn endlich herzustellen.

Die Isentalautobahn ist ein Menetekel für die Menschen an der geplanten Trasse der B15 neu. Keiner kann mehr sagen, er hätte nichts gewusst von der maßlosen Landschaftszerstörung, die eine neue Autobahn mit sich bringt, auch wenn sie sich verharmlosend Bundesstraße B15 neu nennt.

So einfach dürfen, können und wollen wir den Weiterbau nicht hinnehmen. Uns stellen sich viele Fragen: Sind immer neue Verkehrstransversalen unerlässlich? Sollten Güter für ferne Ziele im Zeichen von Dieselskandal und Umweltverschmutzung nicht besser auf der Bahn transportiert werden? Zeigen Umfragen unter Deutschen nicht eine deutliche Entwicklung hin zu regionaler Versorgung, zu gesunden Lebensmitteln, zum Tierwohl? Brauchen wir dazu nicht weiterhin Fleiß und Nachhaltigkeit unserer Landwirte? Geht der Trend bei jungen Leuten nicht weg vom eigenen Auto und hin zum Carsharing? Und schließlich: Ist unsere Heimat unseren Politikern gar nichts mehr wert?

Informieren Sie sich und diskutieren Sie mit uns auf der Informationsveranstaltung in Geisenhausen am 9. März, wie es weitergehen soll. Die Vorsitzende der Gemeinschaft der Betroffenen und Gegner der Autobahntrasse Regensburg-Rosenheim (B15 neu) e.V. Gisela Floegel wird einen Statusbericht zur B15 neu geben, MdL Rosi Steinberger informiert über das Landshuter Dialogforum, Reinhold König vom Bund Naturschutz spricht zum Brennerbasistunnel und unser Jurist Dr. Uli Kaltenegger zeigt Möglichkeiten und Chancen eines künftigen juristischen Widerstands auf. – Kommen Sie zur Veranstaltung. Wir freuen uns auf Sie, Ihre Ideen und Ihre Vorschläge !

Damit aus der Vorahnung keine Wirklichkeit wird.

 

Für eine lebenswerte Zukunft für uns, unsere Kinder und Enkel !

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* Den ganzen SZ-Artikel über das heute verbaute ehemalige Juwel Isental finden Sie hier.

#stopb15neu

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